BRK Bereitschaft Coburg

Unsere Freizeit für Ihre Sicherheit

Eingetragen von Admin am 07.05.2017

Der Kreisverband Coburg hat erkannt, dass spezielles Einsatzmaterial für besondere Einsatzlagen auch im ehrenamtlichen Bereich benötigt wird und investiert rund 10.000 Euro.

Besondere Einsatzlagen sind auch für die Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes ein Thema, deshalb werden die Einsatzkräfte mit entsprechender Aus- und Fortbildung für diese sensibilisiert. Dennoch genügt nicht nur die Theorie, denn für einen Realfall benötigen die Kräfte auch das entsprechend Material. Bereits zum Ende des letzten Jahres wurden die Rettungswagen des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes im BRK mit speziellen Ausrüstungsgegenständen bestückt in Reaktion auf die besonderen Lagen, wie beispielsweise die Explosion in Ansbach und dem Amoklauf in München.

Die Leitungskräfte des BRK im Kreisverband Coburg wissen, dass in einer großen Einsatzlage ohne den schnellen Einsatzgruppen des Ehrenamtes der öffentlich-rechtliche Rettungsdienst schnell an seine Grenzen gerät, da natürlich die „normalen“ Einsätze weiterhin auftreten. Aus diesem Grund hat der Leiter des Rettungsdienstes des Roten Kreuzes, Volker Drexler-Löffler, sich dafür eingesetzt, dass die Rettungswagen und die Helfer vor Ort, der ehrenamtlichen Bereitschaften, ebenfalls mit entsprechendem Material ausgestattet werden. „In das spezielle Material wurde sehr viel Geld investiert, es ist jedoch für die Sicherheit der Mitbürger, also sehr gut angelegt!“, meint Volker Drexler-Löffler.

In einer eintägigen Ausbildung haben die Haupt- und Ehrenamtlichen Kräfte vieles über mögliche besondere Einsatzlagen erfahren und konnten entsprechend das Material ausprobieren und an realistischen Objekten üben. Hierfür wurden unter anderem Schweinehälften mit Kunstblut verwendet, damit das Versorgen einer tiefen Fleischwunde mittels eines „Spezialverbandes“ geübt werden konnte. Die Ausbildung im Bereich der Einsatzkonzepte und des Materials übernahmen Micheal Stelzner und Stefan Schulz aus der Bereitschaft Neustadt. „Stelzner war bereits letztes Jahr an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz in Ahrweiler auf Lehrgang und Schulz ist seit rund 20 Jahren Sanitätszugführer bei der Bundeswehr, somit hat der Kreisverband zwei bestens ausgebildete Referenten für diesen Bereich!“, erläutert Marcel Thein, der Kreisbereitschaftsleiter des BRK-Kreisverbandes Coburg.

Nach den Ausbildungen wurden den einzelnen Einheiten die so genannten „REBEL-Set´s“ aushändigt, um diese vor Ort auf den Einsatzmitteln zu verlasten. Für die Rettungswagen wurden zusätzlich noch Knochen-Bohrmaschinen, auch bekannt als „EZ-IO“, durch den Kreisverband zur Verfügung gestellt. Mit diesen kann man in den Knochen bohren um einem verunfallten Patienten, bei dem man keine Venen findet, ebenfalls Flüssigkeit oder Medikamente zu geben. Flüssigkeit ist beispielsweise enorm wichtig bei einem hohen Blutverlust um einen Schock, wegen Blutmangel zu lindern.

Insgesamt wurden für den ehrenamtlichen Katastrophenschutz des BRK im Landkreis Coburg fünf Knochenbohrmaschinen und neun REBEL-Set´s durch den Kreisverband finanziert. Ein REBEL-Set beinhaltet vier Tourniquets, diese sind zum Abbinden durch Fachpersonal von nicht anders stillbaren Blutungen, zwei Packungen QuikClot© Z-Folded Gauze, für tiefe Fleischwunden, zwei Thoraxpunktionsnadeln, die zum Entlasten des Brustkorbes verwendet werden, eine Beckenschlinge, die bei Beckenbrüchen zur Stabilisierung verwendet wird, zwei Thoraxverschlusspflaster mit denen man beispielsweise eine Schusswunde verkleben kann und drei Alu-Polsterschienen zum Versorgen von Knochenbrüchen.

Die neue Ausrüstung wird bei bei den Bereitschaften in Coburg und Rödental-Einberg jeweils auf dem Rettungswagen vorgehalten. Die Bereitschaften Sonnefeld, Ebersdorf und Neustadt haben die spezielle Ausrüstung auf dem Rettungswagen und dem Helfer vor Ort, sowie in Weidhausen auf dem Einsatzfahrzeug des Helfer vor Ort.

Text & Fotos: Marcel Thein, BRK